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Klang, Geräusch, Lärm

Kinder sind gerne laut. In unbefangener Spontaneität drücken sie Lebensfreude in Jubel oder Ärger in lärmendem Geschrei aus. Mit dem Eintritt in die Schule unterliegt die Vielfältigkeit des Ausdrucks einer einsetzenden Regelhaftigkeit, die die individuelle Äußerung einschränkt und die Ausdrucksvielfalt temperierend eingrenzt. Aus dieser Anspannung heraus formuliert sich der erlösende Pausenschrei, der Lärm in Treppenhaus und Schulhof.
Parallel zu diesem Prozess tritt an Kinder das Angebot einer mit lautstarken akustischen Reizen durchsetzten Freizeitkultur (Musik, Play-Station, Sport etc.). Eingebunden in ein lärmdurchsetztes Wohnumfeld verliert sich die Erfahrung von Stille und leisen Tönen.
      Bei der Bearbeitung des Themas "Lärm" darf es nicht um die Kritik und Diskreditierung dieser Freizeitinhalte gehen. In ihrem Inhalt wie auch in neu entwickelten technischen Mitteln (z.B. Walkman, Mofa) stehen sie auch für eine kulturelle Bereicherung, die die Adoleszenz jeder Generation begleitet und naturgemäß von der vorangegangenen als störend rezipiert wird.
      Ziel einer pädagogischen Auseinandersetzung mit "Lärm" sollte zunächst sein, die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen für die vielfältigen akustischen Ausdrucksmittel und Reize zu sensibilisieren. Die Untersuchungsarbeit erfasst und bezeichnet Ton, Klang, Geräusch und Lärm in den Lebensbereichen:
- Lernort Schule (Unterricht und Pausenhof)
- Lebensort Wohnung (Freizeitverhalten, Lärmimmissionen)
- Schul- und Wohnumfeld (Stadtteiluntersuchung)
      Diese "Hörspaziergänge" lassen eigen produzierten Laut von fremd einwirkenden scheiden, trennen naturbedingte Hörerlebnisse (Stimme, Schritte etc.) von im Zivilisationsalltag hörbaren Äußerungen. Die Schulung selektiver Wahrnehmung verbindet sich mit der Sachinformation und spielerischen Erfahrungen im Rollen- und Gruppenspiel in den vom Unterricht her vertrauten Fächern.
      Eine Durchführung des Projektes vollzieht sich daher im Kontext interdisziplinärer Kooperation, die das Thema "Lärm" unter naturwissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen wie auch musischen Aspekten bearbeitet, um vorwissenschaftliche Lernerfahrung zu fachbezogenem Denken zu führen und Handlungskompetenzen zu entwickeln.

Lärmgirl
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